Insekten-Stele #101

Am Landwehrbach in Schaephuysen

StandortFrank Peifer-Weiß
Landwehrbach, 47509 Rheurdt
Geodaten51°26’34.1″N 6°29’24.9″E
51.442799, 6.490256
MaterialEiche aus Schaephuysener Wäldern
Feierlich aufgestellt am5. Juni 2020

Die Stele am Landwehrbach

Am renaturierten Landwehrbach, gegenüber der Lineg-Pumpstation, befindet sich die große Naturwiese des Vereinsmitglieds Frank Peifer-Weiß. Hier steht auch sein historischer Bienenwagen und der erste in der Gemeinde errichtete „Beeherohive“. Im Oktober 2020 wurde die Wiese neu eingesät. Durch die Einsaat mit speziellen Wiesenblühmischungen soll die Wiese in einen ökologisch wertvolleren Zustand versetzt werden. Die Fläche soll von Jahr zu Jahr bunter werden und dadurch ein vielfältiger Lebensraum für unzählige Arten von Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel entstehen. Die Naturschutzstiftung – Niederrhein unterstützt dieses Bürgerprojekt finanziell und fachlich beratend. Sie stiftete den Samen für 2.500 qm, der genau in diesen Landschaftsraum passt. Mit dem Einsatz dieses Regio – Saatgutes wird eine Verfälschung unserer heimischen Flora verhindert, da der Samen nicht aus fernen Regionen zugekauft wird.

Zuvor wurden im Dezember 2019 über 20 verschiedenen Heckenpflanzensorten auf einer Länge von 75m gepflanzt. Die Hecke blüht vom Frühjahr bis zum Herbst, und das ganze Jahr Insekten und Vögel an. Die Früchte können von Vögeln verzehrt werden. Die, die herunterfallen, können von Bodenbewohnern weiter verwertet werden. So stehen dort  Schlehe, Liguster, Kornelkirsche  (Veredlung) , Winterduftgeißblatt, Echte Mispel, Pfaffenhütchen, Schneeball, Steinweichsel, Roter Hartriegel (Midwinter Fire), Weißdorn (früh), Pulverholz, Goldregen, Gewöhnliche Zwergmispel, Rotlaubige Traubenkirsche, Färberginster, Weißdorn (spät), Purpurweide, Apfelquitte, Früheste Reifweide, Dauerblüh Mandelweide, Schlehe. Als Unter- und Zwischenpflanzung: Großblumiges Johanniskraut, Korallenbeere niedrig, Kronwicke, Zwergschneebeere. Die Hecke wurde durch die Interessensgemeinschaft Schaephuysener Bürger und Vereine e.V.  finanziert. Der Verein zur Förderung der Artenvielfalt und des Umweltschutzes Schaephuysen e.V. hat sie gepflanzt und wird sie pflegen. Im Zuge der Heckenpflanzung wurde noch eine selbst gezogene Rosskastanie gepflanzt deren Blüten auch gerne von Insekten besucht werden.

Ergänzt wurde der Heckensaum im Spätsommer durch die Anpflanzung von drei Bienenbäumen. Euodia Hupehensis gilt als beste und ausdauerndste bisher bekannte Spättracht. Die Bienenbäume blühen zu der Zeit von Ende Juli bis Anfang Oktober, wenn die Natur für Bienen und andere Insekten nur wenig zu bieten hat. In dieser Zeit beginnt sich das Bienenvolk von Sommer- auf Wintervolk umzustellen. Deshalb ist es besonders wichtig in der Zeit des Brutumschlags eine ausreichende Nektar- und Pollenversorgung sicherzustellen. Der Bienenbaum liefert höchste Nektar- und Pollenwerte und kann somit einen Teil der Versorgung liefern. Bereits drei Blüten sind in der Lage den Honigmagen einer Biene zu füllen, dadurch ist ein sehr starker Bienenflug bei der Blüte zu verzeichnen. Diese Bäume ziehen alle Insekten magisch an! Das heruntergefallene Laub wirkt Boden verbessernd und wird sehr gerne von Regenwürmern verzehrt.

Hier entsteht in kurzer Zeit ein naturschutzstiftendes Refugium für eine Vielzahl von Insekten, Vögeln, kleinen Säugetieren und Reptilien. Die gegenüberliegende Fläche der Lineg ergänzt diesen natürlichen Bereich.

Ein ausgezeichneter Standort

Dass diesem Platz eine Stele des „Vereins zur Förderung der Artenvielfalt und des Umweltschutzes Schaephuysen e.V.“ aufgestellt wurde, zeugt vom großen naturunterstützenden Potential dieses Kleinods und wird helfen, die Insektenvielfalt und die damit verbundene Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten von Flora und Fauna zu unterstützen. Und nicht zuletzt die Anstrengungen des Imkers zu würdigen, dessen Honig aus Schaephuysen eine örtliche Alleinstellung ist.

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